Enndingen

Stadt an der Enn

E40 Zwillinge

Heute haben die beiden Elektroloks BR140, früher E40, der Enntalbahn eine lange Schicht vor sich. Wir begleiten zwei Exemplare von den über 1.500 gebauten grünen Einheitslokomotiven aus den 60ern durch ihren Tag und sehen, welch abwechslungsreiche Aufgaben diese dabei zu bewältigen haben. Dass die Strecken im Enntal nicht elektrifiziert sind und daher eine E-Lok eigentlich gar nicht fahren kann, ist wieder eines der vielen merkwürdigen Dinge dieser Gegend. 

Ihren Dienst beginnen die Zwillinge heute als Doppeltraktion. Nur mit vereinter Kraft beider Motoren können sie den schweren Tankwagenzug die Steigung hinauf nach Enndingen ziehen.



Die am frühen Morgen noch stark vereiste Oberleitung verursacht ein Blitzgewitter an den Pantos.

Signalhalt: In der vorderen Lok ist im Führerstand und im Motorraum das Licht an. An den angehobenen Stromabnehmern kann man erkennen, dass beide Loks arbeiten.

 

Während der Fahrt ist der Führerstand dunkel. Das 3-fache Spitzenlicht der vorderen E40 ist das einzig aktive Signallicht der Doppeltraktion.

 

Der ganze, lange Zug auf einem Bild. Damit bekommt man einen Endruck über die zu leistende Arbeit der Zwillinge.

 

Ein Blick von hinten auf die Doppeltraktion. Die deutliche Schräglage des Zuges kommt von der Kurvenüberhöhung der Strecke.



Auf der Hauptstrecke bietet die Oberleitung fast perfekten Kontakt.

Geschafft, der Zug ist in Enndingen. Nun geht es auf der Strecke nur noch bergab.

 

Im Tal angekommen haben unsere Zwillinge den Tankzug abgekuppelt und machen sich nun als Leerfahrt auf zum nächsten Einsatzort.

 

Bei einer Leerfahrt ist eine Lok ohne Zug am Haken unterwegs. Daher ist die zweite E40 jetzt stromlos, beide Pantos sind gesenkt und die Lok wird wie ein Wagen gezogen.


Die gezogene Lok hat nur ein einzelnes rotes Licht hinten rechts als Zugschluss-Signal eingeschaltet.


Die Zwillinge sind wieder in Enndingen, wo ein Nahverkehrszug auf sie wartet. Die vordere E40 hat bereits das abgeblendete 2-fach-Rangierlicht eingeschaltet.


Sie hat von der Schwesterlok abgekuppelt, fährt am Zug vorbei ...


... und setzt sich an die Spitze der Silberlinge. Diese Lok wird später den Zug ziehen.


Die zweite E40 fährt an das Zugende und kuppelt dort an.


Die E-Lok senkt den Panto und schaltet das rote Schlusslicht ein. Die Lok wird auch bei diesem Diensteinsatz stromlos gezogen.

 

Eine Lok an jedem Ende eines Wendezuges bezeichnen die Eisenbahner oft als Sandwich. Der Zug ist unterwegs auf der Strecke Hoher Ennder. Nächster Halt ist Ennsklösterle.

 

Das Sandwich ist zurück in Enndingen in Gleis 3. Hier endet dieser Zug.

 

Bald schon wird die RegioBahn gezogen von der anderen E40 Ausfahrt ins Enntal haben.

 

Stromabnehmer werden optische Accessoires

Jeweils zwei kleine Federn an jedem Stromabnehmer der Modell-E40 sorgen dafür, dass dieser sich im Einsatz ganz hebt bzw. auf eine Oberleitung einen gewissen Andruck ausübt. Im Analogbetrieb bietet eine funktionierende Oberleitung einen eigenen Stromkreis für eine unabhängig steuerbare Lok. Im Digitalbetrieb ist eine funktionierende Oberleitung mit ihrer ohnehin oft wenig vorbildhaften Optik allerdings kontraproduktiv, eine verlässliche Stromabnahme der Modelle über Pantos ist daher zum Glück Modellbahngeschichte.
 


Hängt man die erwähnten beiden Federn beim Modellstromabnehmer aus, was sich problemlos mit einer Pinzette bewerkstelligen lässt, kann man den Panto in eine vorbildlich teilweise gehobene Position bringen, bei der dieser auch nicht am nächsten Tunnelportal hängen bleibt.  

Steigungen verlieren ihren Schrecken

Mit einer echten Traktion aus zwei oder mehr eigenständigen Loks kommt auch eine besonders hohe Zugkraft zum Einsatz. Lange Züge, wie diese mit einer Lok schlicht nicht zu bewegen sind, können nun präsentiert werden. Damit entschärft sich das Problem der relativ starken Steigungen auf der Modellbahn, wie diese schon aus Platzgründen selten zu vermeiden sind. In Enndingen z.B. liegen die langen Steigungen durchgängig bei rund 3,5%.

Wie man digitale Traktionen bildet, fährt und auflöst ist auf dieser Seite ausführlich beschrieben.

Das Modell - bei der Enntalbahn seit August 2015 

Basis ist das analoge Modell einer E40 von Trix (12548). Die Lok wurde durch eine von Digitalguru H. O. Maile - www.maile.es - eigens für diese Serie entwickelte und realisierte Tauschplatine digitalisiert und aufwändig umgebaut. Das digital gesuperte Modell bietet einige derzeit in Spur N einmalige Eigenschaften.

    • Pantografenblitz für beide Stromabnehmer, separat schaltbar für jeden Panto. Asynchron zum anderen Panto auslösender Blitz mit verschiedener Intensität. Asynchron zu parallel laufenden Loks auslösend (Zufallsgenerator). In 9 Stufen wählbare und während der Fahrt veränderbare Blitzer-Häufigkeit von normaler Strecke über Regenwetter bis zur vereisten Oberleitung.
    • Separat schaltbares, einzelnes Rücklicht hinten rechts für eine Lokleerfahrt (kein anderes Licht brennt).
    • Zum Zug hin abschaltbares Licht für den Wendezugbetrieb mit dann zwei roten Rücklichtern, wenn die Lok den Zug schiebt. 
    • Separat schaltbares drittes weißes (gelbes) Spitzenlicht.
    • Separat schaltbare Führerstands-Beleuchtung, die kurz nach der Abfahrt automatisch erlöscht und sich im Stand erneut einschaltet.
    • Rangiergang mit abgeblendetem Rangierlicht und fahrtrichtungs-unabhängig konstant eingeschalteter Führerstands-Beleuchtung.
    • Separat schaltbare Motorraum-Beleuchtung.