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Trix mTC14 - da geht mehr - November 2015

Seit einiger Zeit rüstet Trix seine Neuheiten mit einer neuen digitalen Schnittstelle aus. Sie trägt die sexy Bezeichnung mTC14 und hat nun für den Decoder 14 Anschlüsse (davon 11 effektiv) statt der bisherigen 6 der NEM651.

Standen bisher neben den je zwei Anschlüssen für Gleis und Motor nur zwei Leitungen - Licht vorne (LV), hinten (LR) - für Funktionen zur Verfügung - und sind damit praktisch immer belegt, ist die neue Schnittstelle deutlich üppiger ausgestattet. Neben LV, LR sind weitere Funktionsausgänge AUX1, AUX2 und entweder die Schnittstelle zu SUSI oder AUX3, AUX4 vorgesehen.

Die BR264 MaK 6400 mit drei weißen bzw. zwei roten LED auf jeder Seite aus dem analogen Startset Art. 11135 ist ein typisches Modell mit einer mTC14. 

Hinweis: Ältere Modelle der MaK, die von Trix seit über 10 Jahren in bereits vielen verschiedenen Farbvarianten produziert wurde, haben noch die 6-polige NEM651. Diese Modelle sind an der gelben statt weißen LED für das Spitzenlicht gut zu erkennen. Durch die wenigen Funktionsausgänge sind gelbes Spitzen- und rotes Rücklicht ab Werk nicht getrennt voneinander schaltbar. Möglich ist bei dieser älteren Variante ein Umbau wie er zum Beispiel hier beschrieben wird.

Analoge Vielfalt

Die analogen Modelle werden mit einer kleinen Platine zum Analogbetrieb ausgeliefert. Diese Platine lässt sich an beiden Enden und dazu mit Ober- oder Unterseite in die Schnittstelle stecken. Dadurch ergeben sich folgende vier Möglichkeiten:

  • LV+LR (Werkseinstellung):  weiße und rote Lichter vorne und hinten mit der Fahrtrichtung wechselnd.
  • Doppel-A:  weiße Lichter beidseitig dauerhaft an, auch Rangierlicht genannt. Keine roten Lichter.
  • LV:  Licht - rot oder weiß - immer aus am Führerstand zwei (hinten).
  • LR:  Licht immer aus am Führerstand eins (vorne).
Das analoge Modell ab Werk mit Analogplatine.


Leere, offene Schnittstelle mTC14.


Die mTC14-Schnittstelle hat eine kleine schwarze Klappe, die zum Wechseln der Platine bzw. des Decoders angehoben wird.

Digital geht noch viel mehr

Für den Digitalbetrieb steht von Trix ein Decoder mit der Art.-Nr. 66840 zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um einen DH10C von Doehler & Haass mit eben der Schnittstelle mTC14. Die von Trix beigelegte Anleitung listet nur einen Teil der Möglichkeiten des Decoders, wie ein Blick in das Original von D&H zeigt. Außerdem ist die bloße tabellarische Auflistung der Funktionalitäten wenig geeignet, deren praktischen Einsatz zu erkennen. Zumal wenn der Bezug zum konkreten Modell nicht hergestellt wird.

Diese Seite beschreibt daher anhand einiger praktischer Beispiele an einem typischen Modell mit mTC14 wie sich 'undokumentierte' Lichtfunktionen und weitere Eigenschaften konfigurieren und dann digital schalten lassen.

1. Abblendlicht auf F3
Die weißen LED sind sehr hell. Nur durch deutliche Absenkung des Dimmwertes wird der Unterschied auch deutlich sichtbar. Ich habe daher den Wert 5 gewählt.
CV53 =   5 .. 15    (statt 15)  je nachdem, was als 'dunkel' empfunden wird
CV37 = 64            (statt 16, AUX3)  F3 blendet ab

2. Rangiergang mit Rangierlicht auf F4
Mit dem Rangiergang gleichzeitig das Rangierlicht, also beidseitig weiß (und ohne rot), auch Doppel-A genannt, einschalten. Voreingestellt ist das Doppel-A etwas unpraktisch auf F6+F8.
CV121 = 8   (statt 160)  Damit ist nun F4 (8) statt F6+F8 (32+128=160) für diesen Effekt zuständig

Des weiteren sind im Rangiergang (RG), oft Direktsteuerung oder ABV genannt, aktiv:
CV61  Rangiergeschwindigkeit     lasse ich auf 0, das Modell ist ohnehin ein 'guter Schleicher'
CV62  Rangierverzögerungszeit   habe ich von 0 (keine Verzögerung) auf 6 gesetzt.

3. Rangiergang mit Rangier- und Abblendlicht auf F4
Die Taste F4 soll gleichzeitig auch Abblenden.
CV121 =     8  (statt 160)  Rangierlicht (siehe oben)
CV38   = 192  (statt 128)  also 128 (RG) + 64 (ABL)

4. Parklicht auf F5
Ab Werk schalten F6+F8 bei Licht aus (F0 aus) das Parklicht, also beidseitig rot. Soll dieses Doppel-Rot bequem über nur eine F-Taste geschaltet werden, ist CV122 mit dem Code für die gewünschte Taste zu belegen. Das Parklicht wird aber immer nur bei F0 aus sichtbar.
CV122 = 16  (statt 160)  Parklicht auf F5

5. Licht immer aus am Führerstand 2 (hinten) auf F6
Dies ist ab Werk so eingestellt. Es muss also nur die Taste F6 aktiviert werden.
CV114 = 32  LR aus auf F6
CV116 = 32  Rot hinten (AUX2) aus auf F6

6. Licht immer aus am Führerstand 1 (vorne) auf F7
Die Werkseinstellung ist hier F8, was bei der MS2 aber SHIFT-F0 ist. Daher lege ich diese auf F7.
CV113 = 64  (statt 128)  LV aus auf F7
CV115 = 64  (statt 128)  Rot vorne (AUX1) aus auf F7

7. Helligkeit der Lichter
CV52 = 20 .. 31  (statt 31)  Helligkeit weißes Licht in Normalbetrieb (LV+LR)
CV53 =   5 .. 15  (statt 15)  Abblendlicht (siehe oben)
CV54 = 20 .. 31  (statt 31)  Helligkeit Rot vorne (AUX1)
CV55 = 20 .. 31  (statt 31)  Helligkeit Rot hinten (AUX2)

8. Alternativ: Fernlicht auf F3
Dazu sind einfach die Werte von CV52 und CV53 zu tauschen. Schreibt man in CV52 den niedrigen Wert, ist das Licht normal abgeblendet. Mit dem hohen Wert in CV53 blendet F3 dann auf. 

9. Anfahrverzögerung
Bei Soundmodellen ist in der Regel eine Anfahrverzögerung eingestellt, die dem Loksound die Gelegenheit gibt, den virtuellen Motor hochzudrehen, bevor das Modell anfährt. Will man ein Modell ohne Sound zusammen mit einer Soundlok in Traktion (Vorspann) fahren, ist es sinnvoll, eine dem Soundmodell angepasste Verzögerung einzustellen.
CV63 = 20 .. 70   (statt 0)  der Wert kann auch per POM eingestellt werden

10. Anfahrverzögerung ein/aus auf F2
Bei der aktuellen Decoder-Firmware (ab 2016) wurde die Möglichkeit geschaffen, die in CV63 festgelegte Verzögerung über eine F-Taste ein- bzw. auszuschalten. In CV124 wird über den Wert 1 .. 8 die entsprechende F-Taste festgelegt. 
CV124 = 2   (statt 0)  F2 aktiviert bzw. deaktiviert die Verzögerung

11. Rücklichter dauerhaft deaktivieren
Falls kein Interesse am Betrieb der roten Rücklichter besteht, kann man diese auch dauerhaft deaktivieren, also ausgeschaltet lassen. Die Taste Licht F0 schaltet dann nur das weiße Spitzenlicht.
CV33 = 1  (statt 9)  Rotes Licht hinten (8) nicht mit F0 vorwärts schalten 
CV34 = 2  (statt 6)  Rotes Licht vorne (4) nicht mit F0 rückwärts schalten  

 

Der Decoder ist eingesteckt und ersetzt die rote Analogplatine.

Eine andere F-Taste, bitte! (Variante 1)

Möchten Sie eine der Funktionen lieber auf eine andere F-Taste legen? Das ist durchaus möglich. Der Hersteller hat jedoch bei diesem Decoder zwei unterschiedliche Varianten verwendet, eine F-Taste zu belegen.

Bei der ersten Variante gibt es eine CV für eine bestimmte Funktion. In diese CV muss dann der Wert der gewünschten F-Taste geschrieben werden. Beispiele von oben dafür sind 2., 4. oder 5.

  1. Die passende CV für die gewünschte Funktion finden.
  2. Den für die gewünschte F-Taste passenden Wert aus der Tabelle ablesen und in die CV schreiben.

       F1    F2    F3    F4    F5    F6    F7    F8     Keine F-Taste
         1     2      4     8    16    32    64  128         0

Wenn Sie mehr als eine Funktion auf dieselbe F-Taste legen, also in mehrere CV denselben F-Tastencode schreiben, löst diese Taste dann auch mehrere Funktionen gleichzeitig aus. Wenn die CV den Wert 0 enthält, ist die Funktion nicht über eine F-Taste abzurufen.

Eine andere F-Taste, bitte! (Variante 2)

Bei der zweiten Variante gibt es einen bestimmten Wert, der eine definierte Aktion auslöst. Es gibt genau acht Aktionen, die auf diese Weise aktiviert werden. Eine Tabelle im Anhang in der Decoder-Dokumentation gibt darüber Auskunft. Ich habe sie unten abgeschrieben. Um die Aktion einer Funktionstaste zuzuordnen, muss der passende Code in die CV33 - F0 vorwärts, CV34 - F0 rückwärts, CV35 - F1, CV36 - F2, ..., CV46 - F12 geschrieben werden. Beispiele von oben dafür sind 1. und 3. (CV38).

  1. Die passende CV für die F-Taste 0 bis 12 wählen, also CV33 bis CV46.
  2. Den für die gewünschte Funktion passenden Wert in die CV schreiben.

      LV    LR   AUX1  AUX2  AUX3  AUX4   ABL    RG      F-Taste ohne Funktion
       1      2       4        8       16      32      64    128                 0

RG = Rangiergang (Direktsteuerung)   ABL = Abblendlicht

Soll eine Taste mehr als eine der Funktionen schalten, sind die einzelnen Werte zu addieren. Beispiel: ABL und RG gemeinsam schalten ergibt den Wert 128+64 = 192. Eine 0 in der CV meint, dass die F-Taste keine der obigen acht Funktionen schaltet.

Hinweis: Wenn eine F-Taste sowohl über die Variante 1, als auch über die Variante 2 mit Aktionen belegt wird, schaltet die Taste auch alle ihr zugeordneten Funktionen gemeinsam und gleichzeitig.

Auch für Modelle mit Sound

Die vorgestellten Möglichkeiten gelten im Übrigen in gleicher Weise für die digitalen Soundmodelle von Trix, wie der Link zeigt, da diese ebenfalls mit dem Decoder von D&H ausgerüstet sind.

Zu beachten ist jedoch, dass die hier vorgeschlagenen F-Tasten ggf. bereits mit Funktionen belegt sind und daher auf andere, noch freie Tasten konfiguriert werden. Im verlinkten Modell der BR218 wird zum Beispiel das Abblendlicht auf F12 gelegt.  

F-Tasten für Soundeffekte - wie Variante 2

Der Trix-Sounddecoder in diesen Modellen bringt mit seinen gespeicherten Sound-Effekten weitere Möglichkeiten ein, F-Tasten mit Aktionen zu belegen. Die einzelnen Sounds sind im Decoder über deren ID von 1 ... 255 abzurufen, wobei nur wenige der IDs wirklich belegt sind. Dazu kommt, das einige Sounds nur im Zusammenspiel mit anderen einen Sinn ergeben und zum Beispiel die Sequenz zum Anlassen eines Motors darstellen. Den separaten Abruf über eine F-Taste muss man dann nicht haben.
Welche ID welchem Sound entspricht ist von Modell zu Modell verschieden, allein schon weil sich Dampf-, Diesel- und E-Lok im Klangbild wesentlich unterschieden oder in einem modernen Triebwagen der Epoche VI andere Effekte erwartet werden als im Schienenbus EP III.
Die je Modell verfügbaren Sounds sind meist undokumentiert und deren ID muss daher ggf. durch Probieren herausgefunden werden. 

Sounds können bis F28 belegt werden

Die CV903 - F0, CV904 - F1CV905 - F2, ..., CV911 - F8, ..., CV919 - F16, ..., CV931 - F28 bestimmen, welchen Sound eine F-Taste abspielt. Dazu ist wie in Variante 2 oben, die ID des gewünschten Sounds in die passende CV zu schreiben. Mit einer 0 in der CV spielt die F-Taste keinen Sound ab.

Beispiele (mit angenommenen, aber häufig so passenden Sound-IDs):

CV905 = 255   Betriebsgeräusch (Motor) auf F2
CV906 =     1   Horn auf F3
CV912 =   10   Schaffnerpfiff auf F9
CV916 = 252   Kein Bremsenquietschen beim Anhalten auf F13

CV903 =     0   Kein Sound auf F0, weil mit Licht ein/aus belegt

Bei Soundeffekten kommt hinzu, dass zum Beispiel beim Sound Horn oder Pfiff für die F-Taste statt der Dauerfunktion (Schalter) eine Impulsfunktion (Taster) sinnvoll ist. Dies sollte bei der Konfiguration im Regler (Digi-Zentrale) zusätzlich beachten werden.

Exot Führerstandbeleuchtung: da das Soundmodul die Ausgänge für AUX3 und AUX4 des mTC14 belegt, ist für das Kabinenlicht keine Leitung mehr frei. Trix steuert daher diese LED quasi als Soundfunktion über den Sounddecoder an. Das Licht hat also eine Sound-ID.

Hinweis: Leider ist es bei den frühen Sound-Modellen mit mTC14 nicht möglich, das Licht auf eine andere als die von Trix festgelegte F1 zu legen. Ein Umbau mit Decoder-Update von Hr. Maile macht dies aber möglich.

Hinweis: Wird eine F-Taste neben einem Sound auch noch mit Funktionen aus der oben genannten Palette belegt, schaltet die F-Taste auch alles gleichzeitig.
Zwei Beispiele dazu:
(1) Mit dem Signalhorn wird gleichzeitig kurz das Licht aufgeblendet.
(2) Das Einschalten des Rangierganges lässt neben der Direktsteuerung und dem Doppel-A-Licht gleichzeitig den Rangierpfiff ertönen.

Hinweis: Die bei Trix (= Märklin, ähnlich Dietz micro X3) umgesetzte Logik, dass eine CV per ID den zu spielenden Sound enthält, lässt es leider nicht zu, dass eine F-Taste zwei oder mehr Effekte gemeinsam aktiviert. Also Schaffnerpfiff und Tür zu auf einer gemeinsamen F-Taste ist nicht möglich.