Enndingen

Stadt an der Enn

Wie wird es Nacht in Enndingen? - Januar 2011

Für den Betrieb von Haus-Beleuchtung, Straßenlampen, Bahnsteigen usw. und auch für das Schalten der elektromagnetischen Antriebe von Weichen benötigt man einen geeigneten Trafo. Die Frage ist, welcher Trafo ist geeignet und ist es von Vorteil, einen einzigen starken Trafo für alle diese Aufgaben gemeinsam einzusetzen? Ich meine nein und zwar aus hauptsächlich zwei Gründen.

Stromquelle nach Aufgabe trennen
Erstens belastet der Schaltimpuls eines Weichenantriebs den Trafo derart, dass dessen Spannung kurz abfällt. Dies macht sich folglich in einem Flackern der Beleuchtung bei jedem Weichenschalten bemerkbar, was ich als störend empfinde.
Zweitens sind die üblichen 14V Wechselstrom für das sichere, kräftige Schalten von Weichen eher zu wenig und für manche Beleuchtung eher zu viel.

Macht Watt ihr Volt! 
Für das Schalten meiner Weichen setzte ich daher einen leistungsstarken 50VA Wechselstrom-Trafo mit 18V Spannung ein. Die Magnetantriebe mit Endabschaltung von Arnold, Trix und Fleischmann schalten mit diesem Kraftpaket merklich besser, als mit dem Wechselstromausgang eines üblichen Analogtrafos.

Bahnsteig beleuchtet

Variable Beleuchtung
Am spannendsten finde ich Dämmerungsbetrieb, nicht stockdunkle Nacht. Die Landschaft sollte noch gut zu erkennen sein. Dazu dann viele kleine Lichter auf der Bahn. Die sind immer ein Hingucker und man kann fast nie genug haben; sowohl beleuchtete Wagen, als auch Häuser, Straßenlampen, Bahnsteigleuchten usw. Gerne auch mit ein wenig Effekt.
Folglich nutze ich allein in Enndingen drei getrennte Stromkreise, die aber nicht nach Gebiet oder Funktion (Haus, Straße, Bahn, ...) unterscheiden, sondern nach Lichtstärke. Die drei Stromkreise haben dazu je eine unterschiedlich hohe Spannung. Ich setze für die Beleuchtung die nicht mehr benötigten Fahrtrafos aus analogen Zeiten ein. An die regelbare Fahrspannung der Trafos angeschlossen, kann ich die Helligkeit der Lichter den trüben oder hellen Tagen ggf. unkompliziert anpassen. Am sonnigen Tag heller, damit die Lichter auffallen und abends etwas dunkler damit nicht jede Straßen-Funzel zum Stadionflutlicht mutiert.

  • Stromkreis A: regelbarer Fahrstrom, Gleichspannung, 3/4-Stellung entspricht ca. 9 Volt
  • Stromkreis B: regelbarer Fahrstrom, Gleichspannung, volle Spannung, 12 Volt
  • Stromkreis C: Schaltstrom, Wechselspannung, 14 Volt  

Bei jeder neu zu verbauenden Lichtquelle wird geprüft, an welchem Stromkreis sie am besten aufgehoben ist. Da die Trafos nicht allzu viel Verbraucher vertragen (ca. 30 Birnchen), habe ich inzwischen sechs Stück unter der Bahn stehen. Das hat aber andererseits auch den Vorteil, dass jeder Bauabschnitt seine eigenen Stromkreise hat und auch die sechs Kabel nicht alle an einem Punkt zusammenlaufen.

Einschalten der Lichter als Erlebnis
Die Licht-Trafos sind alle an Funksteckdosen angeschlossen. Drei Stück mit Fernsteuerung für ca. 20 Euro im Baumarkt. Damit kann ich dann die einzelnen Stromkreise der Beleuchtung publikumswirksam in Betrieb nehmen, was gleich zu Anfang für den ersten Aha-Effekt sorgt. 

Bahnhofsvorplatz Enndingen
Der großzügige Bahnhofsvorplatz Enndingen mit Bahnübergang im Vordergrund


Abend in Enndingen
Abend in Enndingen am Bahnsteig zwischen Gleis 5 und 6


Enndingen bei Nacht
Nachts im Bahnhof Enndingen 2009. Viele Züge haben jetzt Licht. Der Bahnhof aber nicht

 

Enndingen bei Nacht
Bahnhof Enndingen bei Nacht 2010. Es wurde viel in die Beleuchtung investiert


Ziel für die zukünftige Beleuchtung: digital

Beim nächsten Ausbau werde ich auf Digital setzen. Die Flexibilität wie ich sie bei der Innenbeleuchtung von Personenwagen kennengelernt habe, möchte ich zukünftig auch bei der Beleuchtung von Straßen und Häusern haben.

Ich spare mir dabei einiges an Verkabelung und bekomme dennoch eine Reihe von zusätzlichen Möglichkeiten, die Beleuchtung zu steuern und Effekte zu zeigen. Der Beleuchtung spendiere ich einen eigenen Digitalstromkreis, der nichts mit dem Fahren und Schalten zu tun haben wird. Ein ausgedienter Handregler könnte dann die Lichter einschalten.

Zusätzlich denke ich über die Möglichkeiten eines Minirechners (Einplatinen-Computer) nach. Mit einem Steuerprogramm kann man dann zum Beispiel ein bestimmtes Szenario wie Tag, Abend, Nacht mit den Lichtern nachbilden und einfach abrufen oder auch Zeitabläufe steuern.

Welche Decoder bzw. Lichtleiste zum Einsatz kommen wird, ist zu gegebener Zeit zu entscheiden sein. Nachdem diese Lösungen immer günstiger werden, würden mich Neuentwicklungen auch speziell für die Stadtbeleuchtung nicht überraschen.